Abstecher ins Yosemite Valley – Von Mammoth nach Sonora Pass (Meile 906 bis 1016)

In Mammoth bleiben wir nicht lange. Noch am selben Tag hitchen wir wieder zurück zum Trailhead und wandern wieder den selben Weg zum PCT zurück. Der nächste Tag hält nur einen niedrigeren Pass für uns bereit, aber sogar der ist mit viel Schnee bedeckt. Wir hatten gehofft, dass der Schnee jetzt, wo wir auf dem Weg aus den High Sierras sind, so langsam weniger wird, aber das stimmt leider nur zum Teil. Auch wenn die drei Pässe, die wir noch überqueren müssen, nur noch um die 3000m hoch sind, liegt noch viel Schnee auf ihnen. Dafür sind sie insgesamt deutlich flacher im Anstieg, Eisäxte und Microspikes bleiben die meiste Zeit im Rucksack.
Über den Donohue Pass kommen wir in den Yosemite National Park und steigen in ein wunderschönes und schneefreies Tal ab. Dort treffen wir ein paar Kalifornier, die uns überzeugen, das berühmte Yosemite Valley zu besuchen. Es seien zwar viele Touris dort, aber wenn man es noch nie gesehen habe, sei es der Abstecher dorthin auf jeden Fall wert.
Der PCT kreuzt jetzt nämlich zum ersten Mal seit ca. 200 Meilen eine Straße. Der Highway 120 hat genau an dem Tag, als wir dort ankommen, aufgemacht. Bis Ende Juni war die Straße wegen Schnee und Überflutungen noch gesperrt. Trotzdem sind schon viele Autos unterwegs und wir werden direkt von zwei San Franciscanern mitgenommen. Allerdings nur für ein Teil des Weges. Das Yosemite Valley ist zwar in der Luftlinie nur um die 20 Meilen weit von uns entfernt, die Straße macht aber einen von uns ungeahnt großen Umweg und insgesamt müssen wir wohl um die 60-70 Meilen fahren.
Die beiden lassen uns also an einer Kreuzung mitten im Wald raus und fahren in die andere Richtung weiter. Wieder werden wir schnell mitgenommen aber auch wieder nicht bis ganz ins Valley. Es fehlt noch ein letztes Auto um uns zu unserem Ziel zu bringen. An dieser Straßenkreuzung fahren zwar sehr viele Leute entlang und von hier wollen auch alle ins Valley, leider sind die Autos aber immer fast voll besetzt und die leeren wollen uns nicht mitnehmen. Nach einer Stunde erbarmt sich unser endlich eine nette ältere Dame und chauffiert uns hoch zum Valley.
Das ist der Ort im Yosemite NP, der mit seinen Wasserfällen, dem Half Dome und den steil direkt ins Tal abfallenden Felsklippen weltberühmt ist.
Wir verbringen eine Nacht dort und trampen am nächsten Nachmittag wieder raus. Eigentlich wollten wir den Half Dome besteigen, aber wir konnten leider keine Erlaubnis dafür kriegen. Also machen wir eine andere kleine 13 Meilen Wanderung einmal oben ums Valley herum. Der Ranger, mit dem wir sprachen, vertröstete uns damit, dass der Half Dome eh der einzige Ort im Valley sei, von wo aus man den Half Dome nicht sehen würde.
Der Hitch raus dauert auch wieder lange. So weit vom Trail, gibt es einfach wenige Leute, die vom PCT überhaupt schon mal gehört haben und die bereit sind, zwei stinkende Hiker in ihr Auto zu lassen. Mitgenommen werden wir schließlich von einer jungen Deutschen.
Wieder zurück am Trail, stehen uns noch 70 Meilen voller Flussüberquerungen bevor. Wir müssen Hüfttiefe Bäche durchwaten und einen Fluss sogar durchschwimmen.
Am letzten Tag verändert sich die Landschaft dramatisch. Als wir, natürlich durch Schnee, über den niedrigen Dorothy Lake Pass stapfen, die nördliche Grenze des Yosemite NP, verlassen wir geologisch gesehen die Sierra Nevada und treten über in das vulkanische Kaskadengebirge. Die für die Sierras so charakteristisch hell grauen und glatten Felsen machen Platz für rötlich braune Schotter- und Geröllberge. Sonora Pass und den Highway erreichen wir über einen langen und sehr beeindruckenden Lauf über einen Bergkamm mit klasse Blicken zu beiden Seiten. An dessen Ende ist ein langer Schneebedeckter Abhang, auf dem wir sogar noch am 4. Juli Skifahrer treffen! Wir machen’s wie die Wintersportler und rutschen auf dem Po den Hang hinunter in die Zivilisation.

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1 Reaktion

  1. Susanne sagt:

    Das ist ja ein ausgesprochen gelungenes Video – ich glaube, eure Mutter hat auch so mal vor dem Wasserfall gestanden – bei allen Gefahren ist es doch gut, dass es dort in den zu querenden Gewässern weder Piranhas noch Krokodile oder tödliche Quallen gibt – hoffe, das mit den Mücken ist vorbei

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